Immer ein Blickfang:
 Erlebnis Berg im Bild

Die Rückbesinnung auf die Natur in Zeiten der digitalen Revolution manifestiert sich nicht nur in Trends wie „Bio“, „Grünes Leben“ oder „Nachhaltigkeit“, sondern auch in einem Umfeld, das sich seine Ursprünglichkeit bis heute stärker erhalten konnte als andere Regionen – nämlich den Bergen. Der Alpinismus in all seinen Spielarten erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit und der aktive Mensch in der rauen Welt der hohen Gipfel bietet eine große Variationsbreite von interessanten Fotomotiven.

Der moderne Bergsport hat viele Facetten: der ausgedehnte Spaziergang auf einen der Münchner Hausberge, Ein- oder Mehrtageswanderungen von Berghütte zu Berghütte, selbständig geplante Trekkingtouren, Skitouren, Sportklettern, alpine Hochtouren, Berglauf, Klettersteige, Expeditionsbergsteigen in aller Welt, aber auch Paragliding oder Mountainbiken, um nur die wichtigsten zu nennen. Durch diese Bandbreite über alle Schwierigkeitsgrade hinweg ist der Alpinismus – frühere Betätigungsfeld einer Minderheit – massentauglich geworden und eröffnet dem stressgeplagten Zivilisationsmenschen viele Möglichkeiten, sich selbst und die Natur neu zu erleben. Wie stark dieser Trend ist, zeigt der Deutsche Alpenverein: Deutschlands fünftgrößter Sportfachverband hat inzwischen mehr als 1,1 Millionen Mitglieder, Tendenz steigend.

Der Bergfex unserer Tage zieht nicht mehr wie weiland Luis Trenker mit Sepplhut, Kniebundhosen, Hanfseil und vom Dorfschmied zurecht gehämmerten Kletterhaken los, sondern er tut es mit dem modernen Equipment, das eine boomende Outdoorindustrie zur Verfügung stellt: Wetterfeste Funktionskleidung, Kletterausrüstung, Helme, Rucksäcke, Bergstiefel. Die Werbung für all diese Produkte erfordert gute Fotos. Der Kontrast zwischen diesen bunten und blinkenden Erzeugnissen einer hochentwickelten Industriegesellschaft und der Jahrmillionen alten Gebirgslandschaft bietet dem Alpinfotografen viele reizvolle Gestaltungsmöglichkeiten.

Abgesehen von diesen Dingen ist die emotionale Seite des Bergsteigens ein interessantes Feld für Fotografen. Wer in die Berge geht, der sucht Freiheit, Überblick, innere Einkehr, Klarheit, sportliche Herausforderung, Selbstbestätigung, manchmal auch das Risiko und das Abenteuer – um danach wieder um eine elementare Erfahrung reicher in den Alltag zurückzukehren. Ein gutes Bergfoto setzt dieses Erleben in Szene: das Durchatmen in frischer Bergluft nach dem kräftezehrenden Anstieg,

© Uwe Umstätter/Westend61

der Jubel der Seilschaft über den Gipfelsieg,

© Alun Richardson/Westend61

der körperliche und nervliche Balanceakt des Kletterers am steilen Fels,

© Andrés Benitez/Westend61
© Andrés Benitez/Westend61

der wagemutige Vorstoß in eisige Höhen,

© Alun Richardson/Westend61
© Alun Richardson/Westend61

aber auch das stille Glück auf einsamen Pfaden in einer Welt ohne Beton und Asphalt

© Fotofeeling/Westend61
© Uwe Umstätter/Westend61
© Zeljko Dangubic/Westend61

oder das atemlose Staunen angesichts einer grandiosen Aussicht.

© Alun Richardson/Westend61
© Manu Prats/Westend61

Bergsteigen wird mit einem bestimmten Wertekanon in Verbindung gebracht: Mut, Zielstrebigkeit, Ausdauer und Risikobereitschaft, aber auch Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein. Weil diese Eigenschaften auch fern der Berge im Geschäftsleben von Bedeutung sind, werden viele Produkte mit alpinen Fotomotiven beworben: Man denke hier an die Bank, die sich als verlässlicher Seilpartner für waghalsige finanzielle Klettertouren anbietet, die Versicherung, die einen nicht abstürzen lässt, wenn alle Stricke reißen oder auch das Bier, das dem durstigen Bergsteiger den Gipfel der Genüsse verheißt – wenn er sich vorher nur genug anstrengt…

Diese Übertragung alpinistisch verorteter Bildersprache eröffnet also der Werbefotografie zahlreiche Möglichkeiten, starke alpine Motive für ihre Zwecke einzusetzen. Denn wenn sie gut gestaltet sind, dann sind ansprechende Bergfotos immer ein Blickfang.

Mehr Bilder zum Thema findest Du hier.

Titelbild: Linda Meyer

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Kategorien Aktuelles Allgemein
Hubertus Stumpf

Hubertus Stumpf (49) weiß als langjähriger Zeitungsredakteur, dass ein guter Text nur die halbe Miete ist, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit der Leser zu gewinnen – genauso wichtig ist ein gutes Bild, das den Betrachter in den Text zieht. Der studierte Germanist ist ein Mann der schreibenden Zunft, beschäftigt er sich aber seit einiger Zeit auch verstärkt mit den Möglichkeiten der Digitalfotografie.

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