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Ein Wunderwerk der Technik

M.Zuiko 12-100 mm 1:4.0 IS Pro

Wir leben in Zeiten, in denen die Existenz von menschenähnlichen Robotern im Alltagsleben keine Utopie mehr ist, sondern wahrscheinlich bald Realität. Die Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz ist weit fortgeschritten, es werden viele Erfolge schneller erzielt als gedacht. So unterlag im letzten Jahr der Weltmeister des chinesischen Brettspiels Go der künstlichen Intelligenz Alpha Go von Google mit 0:3. Das hat kaum ein Wissenschaftler für das Jahr 2016 erwartet.

Ähnlich verhält es sich in manchen Bereichen der Fototechnik. Niemand hätte es noch vor fünf Jahren für möglich gehalten, dass man eine Sekunde Belichtungszeit aus der Hand halten kann bis Olympus im Jahr 2012 die erste Kamera mit einem 5-Achsen-Bildstabilisator auf den Markt brachte. Seitdem war es möglich, im Weitwinkelbereich eine Aufnahme mit einer Sekunde aus der Hand zu belichten und ein scharfes Bild zu erhalten. Das klappte nicht immer, aber relativ häufig. Das war auch der Grund, warum Olympus keine Bildstabilisatoren in den Objektiven verbaut hat und deshalb die meisten Objektive sehr leicht sind, da bei dieser Bauweise Material gespart werden kann.

Jetzt – nicht einmal fünf Jahre später hat Olympus ein neues MFT-Objektiv vorgestellt, das M. Zuiko Digital ED 12-100mm 1:4.0 IS Pro. Umgerechnet auf das Vollformat deckt das Zoom einen Bereich von 24-200 mm ab, für viele Stockfotografen ist das ein sehr begehrenswerter Brennweitenbereich, ein sogenanntes Immer-drauf-Objektiv, das man ständig mit sich herumtragen kann und mit dem man sehr flexibel ist. Uns haben zwei Fragestellungen interessiert. Wie ist die optische Qualität? Bisher haben wir unseren Fotografen von solchen „Suppenzooms“ eher abgeraten. Die zweite Frage widmet sich der Intelligenz im Zusammenspiel von Kamera und neuerdings stabilisiertem Objektiv. Kann man damit tatsächlich länger als eine Sekunde belichten und erhält auch ganz ohne Stativ knackscharfe Aufnahmen? Das hätte man ja bisher eher in den Bereich Science-Fiction eingeordnet.

Erwin Wodicka, einer unserer Fotografen hat dieses Objektiv kürzlich erworben und hat im Bereich der Westend61-internen Community einige Aufnahmen präsentiert. Wir waren beeindruckt. Er hatte scharfe Ergebnisse von Bildern, die er bei einer Brennweite 12mm mit zwei bis drei Sekunden aus der Hand belichtet hat. Erwin kann bestätigen, dass das kein Ausnahmefall ist, sondern es ihm bei jeder zweiten Aufnahme gelingt, ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen. Selbst in der 100%-Ansicht erkennt man keine Verwacklungen. Anbei zwei Bildbeispiele und jeweils ein 100%-Ausschnitt aus dem Adobe Photoshop mit den jeweiligen technischen Daten dazu.

 

100% Ausschnitt, 2,5 Sekunden Belichtungszeit aus der Hand

100% Ausschnitt, 2,0 Sekunden Belichtungszeit aus der Hand

Im Telebereich kann man natürlich keine drei Sekunden halten, aber scharfe Bilder bei einer zehntel Sekunde Belichtungszeit gelingen Erwin des Öfteren, wenn er bei 100mm fotografiert.

Auch an der optischen Qualität haben wir nichts auszusetzen. Es ist ein Objektiv aus der Pro-Serie zu einem stolzen Preis von knapp 1.300 Euro. Dafür darf man auch eine überdurchschnittliche Bildqualität erwarten. Olympus enttäuscht uns nicht. Die Bilder sind in der Mitte sehr scharf und auch an den Rändern sehen die Ergebnisse richtig gut aus.

Unsere technische Qualitätskontrolle hätte an den Bildern nichts auszusetzen. Wir können das Objektiv also uneingeschränkt empfehlen und werden noch einige Zeit über Bilder staunen, die mit mehreren Sekunden Belichtungszeit aus der Hand entstanden sind. Bis wir uns daran gewöhnt haben. Das geht vermutlich schneller als man denkt. Aber für heute halten wir fest: Olympus hat ein Wunderwerk der Technik erschaffen.

P.S.
Wir werden von Olympus oder anderen Marken nicht bezahlt, sondern sind vollkommen unabhängig. Für uns als Bildagentur ist nicht die Marke, sondern das Ergebnis entscheidend.  Wir werden künftig immer wieder über Fototechnik berichten, wenn es uns interessant erscheint oder Fotografen

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1 Kommentare

  1. Albrecht Weißer sagt

    Das neue 12-100 besitze ich zwar noch nicht, aber das neue Olympus OM-D E-M1 Mark II – Gehäuse nenne ich inzwischen mein eigen. Darüber hinaus habe ich alle anderen M. Zuiko Digital – Objektive vom 8mm Fischauge bis zum 40-150 die keinen eigenen Bildstabilisator besitzen. Mir fällt insbesondere der neue umfassendere Dynamikbereich auf, die Scharfstellgeschwindigkeit und natürlich der neue Bildstabilisator in der Kamera. Alles hat zum Vorgänger – Gehäuse, welches ich auch schon besaß nochmals erheblich an Qualität und technischem Know-how zugelegt. Auch arbeitet das Gehäuse hervorragend mit dem kleinen Aufsteckblitz, der vom Akku des Kameragehäuses gespeist wird, zusammen. Alles in allem hat sich gefühlt der Umstieg bisher gelohnt, bis die 2000 € für den Gehäuse Preis eingespielt sind, müssen natürlich noch ein paar Lizenzen verkauft werden.

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