Die 12 gängigsten Fehler bei Bildeinsendungen an Fotoagenturen – und wie man sie vermeiden kann!

Das Shooting war erfolgreich, die Auswahl ist getroffen und die besten Bilder sollen nun an die Agentur zum Vertrieb gegeben werden. Toll, wenn bei der Produktion alles glatt gelaufen ist, aber jetzt sollte man noch ein letztes Mal besonders aufmerksam sein, damit dem lukrativen Verkauf der Bilder endgültig nichts mehr im Weg steht.

Wir haben bei Westend61 einmal die 12 häufigsten Gründe gesammelt, warum auch die großartigsten Bilder leider manchmal nicht in den Vertrieb gehen können – für Fotografen die perfekte Guideline, um Ablehnungen von Bildmaterial zu vermeiden.

© Gemma Ferrando/Westend61

Rechtliche Aspekte

1. Fehlende Releases von abgebildeten Personen
Für alle abgebildeten und erkennbaren Personen wird ein Model Release benötigt (auch wenn die Personen nur als Foto in einem Bild erscheinen z.B. als gerahmtes Foto an der Wand, Skype-Partner auf Computerscreen etc.). Dasselbe gilt auch für die Abbildung von Körperteilen, vor allem wenn sie anhand typischer Merkmale einer bestimmten Person zugeordnet werden können (z.B. Tattoos oder Piercings).

2. Fehlende Releases für Locations
Für alle nicht öffentlichen Locations (ausgenommen Fotostudios) – indoor wie outdoor – ist ein Property Release des jeweiligen Besitzers bzw. Mieters erforderlich.

3. Fehlende Releases für Einrichtungsgegenstände und Designs
Für sämtliche bildliche Darstellungen bzw. Kunstwerke (Skulpturen, Gemälde, Plakate, Fotos, Buchcover etc.) wird ein Property Release des jeweiligen Urhebers oder Künstlers benötigt.
Daraus folgt:
am besten eigene Werke, also Zeichnungen oder Fotos in den Räumen aufhängen
einzelne Buchrücken und Einbände , DVD/CD/Magazin-Cover sollten nicht
leserlich/erkennbar abgebildet sein

4. fehlende Releases für Haustiere
Für Haustiere muss ein Property Release des Tierhalters unterschrieben werden.
Ausgenommen davon sind nur freilebende oder herrenlose Tiere (Straßenhunde oder Katzen) sowie Nutztiere.

Alle Vertragsfotografen bei Westend61 bekommen von uns entsprechende Vorlagen und Unterstützung bei der Berücksichtigung rechtlicher Komponenten.

© HalfPoint/Westend61

Qualitative Aspekte

5. Unschärfe
Unscharfe Bilder werden in der Qualitätskontrolle bemängelt und nicht akzeptiert. Besser die Fotos vor der Einsendung in 100%-Ansicht prüfen.

6. Bildbearbeitung
Eine zu starke Bildbearbeitung (sehr intensive Farbgebung, starke Kontraste etc.) erschweren eine Weiterbearbeitung durch den Kunden (z.B. Anpassung an gewünschte Farbpalette). Der Käuferkreis wird dadurch eingeschränkt.

7. Beschnitt / Bildgröße
Die Mindestdateigröße einer Bilddatei beträgt 48,2 MB (unkomprimiert).
Ein zu starker Beschnitt schränkt unter Umständen zudem die Möglichkeit der Weiterverwendung ein.

© Josep Rovirosa/Westend61

Sonstige Gründe

8. Styling
Das Styling der Models sollte zeitgemäß und aufeinander abgestimmt sein (ermöglicht eine längere Verkaufsspanne der Bilder). Lose Haarsträhnen können den Fokus vom Gesicht ablenken und müssen evtl. mühsam in der Postproduktion retuschiert werden.
Make-Up und Accessoires sollten möglichst dezent sein und eine vielseitige Verwendung der Bilder zulassen. Achtung auch bei Logos und Aufdrucken: diese sollten ebenfalls vermieden werden, um aufwändige Retusche zu vermeiden.

9. Bildformat
Das meistverkaufte Format im Stockbereich ist das Querformat. Bei ausreichender Auflösung gibt es dem Kunden die Möglichkeit, das Format durch Beschnitt selbst festzulegen. Liegen Bilder nur im Hochformat vor, kann das ein Grund zur Ablehnung sein.

10. Bildbeschreibung
Eine ungenaue bzw. fehlende Beschreibung vor allem bei spezifischen Themen erschwert das Editing sowie die spätere Verschlagwortung und somit das Auffinden durch den Kunden.

11. Vorauswahl
Eine mangelhafte Vorauswahl – d.h. das Einreichen zahlreicher nahezu identischer Motive verlängert und erschwert unnötig den Editingprozess. Die Anzahl der akzeptierten Bilder erhöht sich dadurch nicht.

12. fehlende/unklare Bildkonzepte
Um die Verkaufsfähigkeit von Bildern bereits vor der Produktion abschätzen zu können, ist es hilfreich, sich Gedanken über den möglichen Kundenkreis zu machen. Welche mögliche Verwendung, Schlagworte und Konzepte sind vorstellbar? Wenn die Konzepte unklar sind, ist auch die Wahrscheinlichkeit gering, dass das Bild überhaupt gefunden wird.

Unsere Art Direktoren unterstützen Euch vor, während und nach der Produktion, um genau diese angesprochenen Fehler zu vermeiden. So holen wir gemeinsam aus Eurer tollen Arbeit das Beste heraus!

© Javier Pardina/Westend61

Du bist noch gar kein Fotograf bei Westend61? Dann schick uns jetzt Dein Portfolio und nimm Kontakt mit unserer Art Direktion auf – wir freuen uns auf Deine Bewerbung. Schreib uns an content@westend61.de und schick uns 30-50 Deiner besten Fotos, damit wir uns ein genaueres Bild von Deiner Arbeit machen können.

TeilenTweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on Google+Share on FacebookEmail this to someoneShare on Tumblr

2 Kommentare zu “Die 12 gängigsten Fehler bei Bildeinsendungen an Fotoagenturen – und wie man sie vermeiden kann!

  1. Eine Frage zu „Punkt 4. Fehlende Releases für Haustiere“ hätte ich da. Rein rechtlich gelten Haustiere immer noch als Sachen und nach deutschem Recht gibt es kein „Recht am Bild der eigenen Sache“, im Gegensatz zum Recht am eigenen Bild. Ein Hund ist rein rechtlich also nicht anders zu bewerten als ein Stuhl, ein Tisch oder eine Lampe. Im Gegenteil! Während die genannten Gegenstände durchaus einem Designschutz unterliegen können, sind Lebewesen (noch) nicht schutzfähig, da sie gewissermaßen „designed by nature“ sind. Warum wird also ein Release für ein Haustier benötigt? Nachvollziehen könnte ich diese Anforderung in Fällen, in denen die Tiere ganz besondere – wiedererkennbare – Merkmale haben, anhand derer jemand Rückschlüsse auf den Besitzer ziehen könnte. Bei „Allerweltstieren“ sollte ein Release aber eigentlich entbehrlich sein.

    • Beatrice Wanek
      Beatrice Wanek

      Es ist nicht ZWINGEND notwendig, daß Hautiere ein PR haben aber es ist in jedem Fall von Vorteil. Darüberhinaus spielt auch eine Rolle, ob Personen mit auf dem Bild sind oder ob das Bild auf Privatgrund aufgenommen wurde.

      Arbeitstiere wie z. B. Zootiere, Rennpferde, Filmtiere etc. benötigen immer ein Release. Kühe o.ä. auf der Weide benötigen wiederum kein Release, solange man sie nicht zuordnen kann (retuschierte Ohrmarken).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.