Das kreative Spiel mit Licht und
 Schatten macht Fotos interessant

Nicht nur Qualität und Intensität des Lichts beeinflussen die Stimmung einer Fotografie, sondern auch die Art und Weise, wie es eingesetzt wird. Zwar strebt der Fotograf in aller Regel danach, seine Bilder korrekt und ausgewogen zu belichten, doch es gibt auch Ausnahmen, in denen Über- oder Unterbelichtung bewusst genutzt werden, um ungewöhnliche Effekte zu erzielen.

Gegenlicht kann den Augenblick verzaubern

So bieten beispielsweise Gegenlichtsituationen erstaunliche Gestaltungsmöglichkeiten und lassen scheinbar alltägliche Motive buchstäblich in ganz neuem Licht erscheinen. Insbesondere die Silhouetten von gegen das Licht fotografierten Personen oder Gegenständen haben durch den starken Kontrast von hellen und dunklen Flächen oftmals eine scherenschnittartige Wirkung, was für eine geheimnisvolle oder auch romantische Stimmung sorgen kann.

© Matthias Buchholz/Westend61
© Jo Kirchherr/Westend61
© Torsten Velden/Westend61
© Uwe Umstätter/Westend61

Dies gilt umso mehr, wenn das Motiv – so wie die die Straße entlanggehende Frau oder das auf dem Steg sitzende Paar  – lange Schatten in Richtung des Fotografen wirft.

Effektvolle Kontraste von hell und dunkel

Unter bestimmten Umständen bewirkt Gegenlicht, dass Lichtsäume um das Motiv herum auftreten und ihm eine geradezu übernatürliche Aura verleihen. Dies kann sich zum Beispiel in den Haaren einer gegen das Sonnenlicht fotografierten Person zeigen, die dann förmlich einen Flammenkranz um ihr Haupt zu tragen scheint. Durchsichtige oder halbtransparente Objekte und Substanzen leuchten durch Gegenlicht auf, so wie zum Beispiel Schnee auf den Zweigen eines Baumes oder das Getränk in einem Glas oder einer Flasche.

© Simona Pilolla/Westend61

Strukturen treten durch diese Technik deutlich hervor, wie etwa bei einem von unten aufgenommene Blatt, das durch das von oben darauf fallende Sonnenlicht im Halbdunkel des Waldes hellgrün leuchtet.

Tiefe Schatten lassen Lichter leuchten

Doch auch ohne Gegenlicht lassen sich interessante Wechselwirkungen von Licht und Schatten erzielen. In Low-key-Aufnahmen herrschen dunkle Töne vor, die in starkem Kontrast zum heller belichteten Hauptmotiv stehen und es dadurch betonen. In Low-key-Fotografien wird eine partielle, wohldosierte Unterbelichtung bewusst eingesetzt, wobei aber die Zeichnung in den Lichtern des Bildes erhalten bleibt. Derartige Effekte lassen sich durch den gezielten Einsatz von Lampen oder Blitzgeräten, aber manchmal auch durch tiefstehendes Sonnenlicht erzielen. Diese Kategorie von Aufnahmen betont durch wenige, aber intensive Kontraste und tiefe Schatten zum Beispiel die Besonderheit eines Augenblicks – und lädt den Betrachter zum Nachdenken darüber ein.

© Valentina Barreto/Westend61
© David Pereiras/Westend61

Linien zeichnen mit hartem Licht

Eine spezielle Variante von Hell-Dunkel-Kontrasten stellen Schlagschatten bei hartem Licht dar. Auch dieses lichttechnische Gestaltungsmittel ist überaus variationsreich: Sei es beispielsweise durch eine auf- oder absteigende Diagonale, die die Grenze zwischen Licht und Dunkel durchs Bild zeichnet und die gleichzeitig als blickführende Linie dienen kann;

© Kniel Synnatzschke/Westend61
© Uwe Umstätter/Westend61
© Francesco Morandini/Westend61

als Schattenriss einer Person, die selbst nicht oder nur teilweise im Bild zu sehen ist;

© Simona Pilolla/Westend61
© Milton Brown/Westend61

als proportional entsprechende oder verkürzende bzw. verlängernde Dopplung einer dargestellten Person oder als auf eine Wand projizierte Fensteröffnung, die einen Rahmen um das zentrale Motiv zieht.

© Uwe Umstätter/Westend61
© Bonninstudio/Westend61
© Kniel Synnatzschke/Westend61

Der gut abgestimmte Gebrauch von Licht und Schatten ist eine Herausforderung für den Fotografen, sowohl bei der Aufnahme selbst als auch bei der Nachbearbeitung. Gekonnt genutzt, sichert dieses Gestaltungsmittel einer Fotografie die Aufmerksamkeit der Betrachter – und ist somit ein wesentliches Merkmal qualitativ hochwertiger Bilder, wie sie Westend61 anbietet.

Mehr Bilder zum Thema findest Du hier.

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Kategorien Allgemein Bildwissen Know-How
Hubertus Stumpf

Hubertus Stumpf (49) weiß als langjähriger Zeitungsredakteur, dass ein guter Text nur die halbe Miete ist, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit der Leser zu gewinnen – genauso wichtig ist ein gutes Bild, das den Betrachter in den Text zieht. Der studierte Germanist ist ein Mann der schreibenden Zunft, beschäftigt er sich aber seit einiger Zeit auch verstärkt mit den Möglichkeiten der Digitalfotografie.

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